LfDI Baden-Württemberg veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2019 und beantwortet die Frage, ob Arbeitnehmerüberlassung eine Auftragsverarbeitung ist

Endlich hat eine Aufsichtsbehörde für Datenschutz mit einer eindeutigen Position die Frage beantwortet, ob Arbeitnehmerüberlassung eine Auftragsverarbeitung ist oder nicht: Nein, es fehlt hier das Wesen der Verarbeitung von Daten im Auftrag des Kunden – selbst bei einer Überlassung bzw. einem Einsatz einer kaufmännischen Kraft in die Personalabteilung eines Kunden liegt eben keine Auftragsverarbeitung vor.

Zitat aus dem Tätigkeitsbericht des LfDI Baden-Württemberg (Bericht über Link erreichbar, S. 95):
“Für die Durchführung der Arbeitnehmerüberlassung von Leiharbeitnehmer*innen kommt eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung gem. Art. 28 DSGVO zwischen „Verleiher“ und „Entleiher“ nicht in Frage. Die beteiligten Unternehmen müssen ihre (beabsichtigten) Verarbeitungen der personenbezogenen Daten der Beschäftigten eigenständig auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen und entsprechende Vorkehrungen treffen.” (ZITAT ENDE)

Sollten Sie Vereinbarungen zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO mit Kunden (als der Personaldienstleister) geschlossen haben, dann können Sie jetzt auf Ihre Kunden zugehen und diese ggf. “bereinigen”. Da es immer wieder vorkommt, dass DSB von Kunden um entsprechende Verträge bitten bzw. verlangen, kann nun entsprechend reagiert werden bzw. auf solche Verträge verzichtet werden.

Link zur Pressemeldung:

https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/lfdi-stellt-seinen-taetigkeitsbericht-2019-zum-datenschutz-vor/

Link zum Tätigkeitsbericht:

https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/wp-content/uploads/2020/01/35.-T%C3%A4tigkeitsbericht-f%C3%BCr-den-Datenschutz-Web.pdf